Nicht nur Mensch und Tier leiden unter zu viel Hitze und Sonneneinstrahlung. Auch unsere Pflanzenwelt leidet gerade jetzt unter der Hitzewelle, die auch zu Hitzewarnungen führte. Wie wir im Speziellen Jungbäume vor der Hitze schützen können, möchten wir anhand eigener Erfahrungen in diesem Beitrag „Jungbäume Hitzeschutz“ bloggen.


Unsere Jungbäume sind Edelkastanien.

Wenige wissen bereits, dass wir – soweit wir uns informieren konnten – die erste Edelkastanien-Plantage in Kärnten, Raum Völkermarkt, errichtet haben. Auf etwa 1 ha Ackerfläche, auf dem konventioneller Ackerbau betrieben wurde, wachsen nun Edelkastanien-Jungbäume als Bio-Dauerkultur. Vor etwa 1 Jahr als so genannte „Heister“ gepflanzt, sind sie derzeit als Jungbäume wegen der Hitze besonders gefährdet, auszutrocknen. Darum haben wir mehrere Maßnahmen gesetzt, um sie dagegen zu unterstützen..


Ein Acker im Wandel.
 


Jungbäume Hitzeschutz mit Wasser.

Naheliegend. Wichtig dabei sind Menge und Zeitpunkt. Abgesehen von etwaig auftretender Staunässe kann wohl nicht zu viel gegossen werden. Wir versuchen unsere Jungbäume zu „erziehen“ und genügsam zu halten. Lieber einmalig mehr gießen, als öfters weniger Wasser gießen. Auf einmal mehr Wasser dringt tiefer in die Erde ein und streckt die Baumwurzel bei der Suche nach Wasser in die Tiefe. Zudem verdunstet das Wasser im gesättigten Erdreich in der Tiefe nicht so schnell, wie in bodennahen Erdschichten, da diese von der direkten Sonneneinstrahlung aufgeheizt und viel wärmer sind.
Eingedrehte, hängende Blätter oder der Ansatz von welk werdenden, vertrocknenden Blättern ist ein untrügliches Zeichen, dass der Jungbaum seine Oberflächen gegen Wasserabgabe klein halten möchte. Nun muss Wasser her. Nach Möglichkeit gießen wir möglichst in der Früh, da hier die Bodentemperatur noch nicht so hoch sind und somit das Wasser bei Bodenkontakt nicht zusätzlich verdunstet.
Nebenbei gießen wir mit der Gießkanne. So kommt das Wasser direkt zu den Wurzeln und verbrennt nicht, wie bei Sprinkleranlagen, unter Umständen die Blätter.


Jungbäume Hitzeschutz mit Humus.

Humusreiche Böden führen zu besserer Wurzelbildung und speichern mehr Wasser, sodass die Wasseraufnahme unserer Bäume auch gut funktioniert. Zudem weisen diese Böden weniger Trockenrisse im Boden auf, die sich wie Löcher in einer Flasche verhalten: Das Wasser rinnt aus dem Gießbereich ab und bleibt nicht im Wurzelbereich gespeichert. Darum haben wir bereits bei der Pflanzung auf eine Humusanreicherung des Ackerbodens geachtet, da aus unserer Sicht der Boden im exzessiv konventionell betriebenen Ackerbau eher Wüstenboden ähneln kann.


Jungbäume Hitzeschutz mit Gießrand.

Jungbäume stehen in den ersten zwei bis drei Jahren im Kampf um Nährstoffe und Wasser mit Konkurrenzpflanzen. Wir halten in diesem Zeitraum einen Gießrand von etwa 1m Durchmesser frei von diesen Konkurrenzpflanzen. Der Nachteil ist, dass dieser Bereich schneller austrocknet, da die Sonneneinstrahlung ungehindert auf die kahle Erde durchdringen kann und diese stärker erwärmt. Darum mulchen wir und legen Heu auf diese Stellen. Luftig, ungewollte Fäulnisprozesse vermeidend, schützt der angetrocknete Grasschnitt nicht nur vor Verdunstung der Bodenfeuchte, sondern speichert zusätzlich Gießwasser.
Sorgen wegen der Wühlmäuse, die sich in diesem Bereich gut verstecken könnten, machen wir uns keine. Nicht nur, dass ihnen die Edelkastanien nicht zu schmecken scheinen, mögen sie offensichtlich unsere Blumenwiese nicht. Auf ihr wachsen unterschiedliche, wohlüberlegte Pflanzen, die mit ihren unterschiedlichen Wurzeltiefen den Wühlmäusen keinen Spaß bereiten.


Jungbäume Hitzeschutz mit Bodenbewuchs.

Doch wie setzten sich die verschiedenen Arten von Trinkwasser eigentlich zusammen? Wie schon erwähnt, enthält Trinkwasser einen relativ geringe Mikronährstoffmengen, während natürliches Mineralwasser ein Vielfaches an Natrium (12 mg), Magnesium (11 mg) und Calcium (35 mg) aufweist. Zudem enthält es die Nährstoffe Kalium (1mg), Schwefel (1mg) und Chlorid (4 mg) sowie weitere Spurenelemente, darunter Zink (6 µg), Kupfer (4 µg), Mangan (3 µg) Fluorid (21 µg) oder Iodid (1 µg). Die Nährstoffverteilung in Quellwasser sieht hier wieder etwas anders aus. Auffällig ist der sehr geringe Anteil an Natrium, Magnesium & Calcium von nur ca. 1 mg, dafür ein „Mehr“ an Spurenelementen, vor allem Eisen (10 mg), Kupfer (20 Wie schon erwähnt haben wir uns bei dem Erosionsschutz -aus mehreren Gründen – für eine Mischung aus Gräsern mit Blumenwiesenanteil entschieden. Schon jetzt ist Leben eingekehrt und geblieben. Der zuvor konventionelle Ackerbau hatte sichtbar keinen Platz für Insekten geboten. Wo jetzt wieder alles kreucht und fleucht und die mannigfaltige Ökologie das Herz – und Ohren – aufgehen lässt, ist ein Mikroklima entstanden. Keine landwirtschaftliche Wüste, sondern unterschiedliche Pflanzen, die Speicher- und Schutzaufgaben gegen Sonneneinstrahlung übernehmen, unterstützen nun die Edelkastanien im Kampf gegen die Hitze.


Jungbäume Hitzeschutz mit Weiß.

Bereits früh war uns klar, dass wir als Wildschutz Baumschutzhüllen in weißer Farbe anwenden wollten. Dieser Fegeschutz ist meist nur in schwarz erhältlich. Da jedoch Baumanstriche, etwa gegen Rindenrisse bei Baumstämmen bei Frost, plötzlich intensiver Sonneneinstrahlung und Temperaturschwankungen, auf Grund der Reflexionseigenschaften weiß sind, schien uns eine zusätzlich weiße Baumschutzhülle logisch. Da nun bereits Baumschulen bei Containerpflanzen auf weiße – anstatt schwarze – Kunststofftöpfe umstellen, war die Entscheidung wohl richtig.


TIPP.

Mehr zum Thema Wasser in unseren Blogbeiträgen „Mineralstoffquelle Wasser“oder „Heute schon geschwitzt?

Quellen:
Dieser Blogbeitrag stellt keine wissenschaftliche Berichte dar. Vieles ist Beobachtetes und Erlebtes, aber auch Gelesenes und Gehörtes. Darum sind auch keine Quellenangaben möglich gewesen.

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