Vigeovit Blog kritisches Vitamin D

Lachs oder Avocado…?
Über die Ernährung wird nur ein kleiner Teil des täglichen Bedarfes an Vitamin D aufgenommen.


Kritischer Nährstoff Vitamin D.

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, welches sowohl über die Ernährung zugeführt, als auch endogen durch UVB-Lichtexposition (Sonnenstrahlung) gebildet werden kann. Laut der Deutschen Verzehrstudie 2008 nehmen 91 Prozent der Frauen und 82 Prozent der Männer nicht ausreichend Vitamin D zu sich. Aus diesem Grund gilt Vitamin D als kritischer Nährstoff.


Vitamin D Zufuhr und Bildung.

Nahrungsmittel mit hohem Vitamin D Anteil sind beispielsweise Hering, Lachs oder Avocado. Über die Ernährung wird allerdings nur ein kleiner Teil des täglichen Bedarfes gedeckt. Der Hauptanteil muss über die endogene Synthese durch Sonneneinstrahlung zur Verfügung gestellt werden. Da diese von Sonnenstand bzw. Einfallswinkel der Sonnenstrahlung abhängig ist, ist in den Wintermonaten nördlich des 42. Breitengrades keine Vitamin D Bildung über die Haut möglich. Berücksichtig man diese Kenntnisse, ist auch in den Sommermonaten eine Vitamin D Bildung nach 16 Uhr nicht mehr möglich. Der Aufenthalt im Freien nach Feierabend ist somit nicht ausreichend, um den Vitamin D Bedarf zu decken.
Auch weitere Faktoren, wie Kälte, fortgeschrittenes Alter, dunkler Hauttyp, die Verwendung eines Lichtschutzfaktors oder von Make-up beeinflussen die Vitamin D Synthese negativ. Aus diesen Gründen wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung vor allem für die Wintermonate eine Vitamin D Supplementierung empfohlen. Die empfohlene Vitamin D Zufuhr für Erwachsene bei fehlender endogener Synthese beträgt 20µg/Tag (=800 IE). Vitamin D Präparate stehen uns in Tropfenform, als Tabletten oder Kapseln zur Verfügung. Da sich das Vitamin D bei den Tropfen in einer öligen Lösung befindet und so am besten resorbiert werden kann, gelten diese als besonders effektiv. Kapseln oder Tabletten können, wenn sie zum Essen eingenommen werden, aber genauso gut ihre Wirkung entfalten. Wichtig ist gleichzeitig auch auf eine ausreichende Calciumzufuhr zu achten.
Die Überprüfung des Vitamin D Spiegels ist jederzeit durch einen einfachen Bluttest möglich und sollte vor allem vor der Einnahme von hohen Tagesdosen durchgeführt werden.


Vitamin D und seine Aufgaben.

Zahlreiche Gewebe im menschlichen Organismus sind Vitamin D abhängig. Am Skelettsystem wird die Mineralisation der Knochen gesteigert und die Calciumfreisetzung gehemmt. Dadurch hat Vitamin D sowohl einen therapeutischen, als auch einen präventiven Effekt für den Knochenaufbau in der Kindheit und die Erhaltung der Knochendichte und -stärke im Erwachsenenalter.
Analog dazu hat Vitamin D auch einen wichtigen Einfluss auf die Bildung der Zähne. Ein Mangelzustand äußert sich in dünnem, unregelmäßigem, schlecht ausgebildetem Zahnschmelz, der anfällig für Karies ist.
Zu den bekanntesten und häufigsten Mangelsymptomen gehören die Abnahme der Knochendichte und die daraus entstehende vermehrte Frakturneigung. Aber auch Skelettdeformationen, erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit und Schlafstörungen werden durch einen erniedrigten Vitamin D Spiegel mitverursacht.
Da Vitamin D seine Effekte in mehr als 36 Zellspezies entfaltet, geht eine unzureichende Versorgung mit einem gesteigerten Risiko für zahlreiche weitere Erkrankungen (Krebs, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Multiple Sklerose, uvm.) einher.


Vitamin D Forschung.

Zahlreiche Studien wurden und werden zu Vitamin D und dessen Effekten durchgeführt. Unter anderem wird der Zusammenhang zwischen Vitamin D Mangel und Auftreten von Autoimmunerkrankungen wie zum Beispiel der Multipler Sklerose (MS) durch zahlreiche Studien erforscht. Allerdings konnten fast alle bis heute durchgeführten Untersuchungen nicht klar feststellen ob Vitamin D Mangel eine Ursache oder eine Folge von MS ist und auch ob Vitamin D Gaben die Auslöser von MS bekämpfen oder nur Symptome lindern ist noch nicht geklärt.
Im Jahr 2012 hat die größte europäische Altersstudie, die DO-HEALTH begonnen. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nehmen regelmäßig Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren ein und absolvieren dreimal wöchentlich ein leichtes Trainingsprogramm. Untersucht wird dabei, wie sich diese Maßnahmen auf Knochenbruchrisiko, Muskel- und Gedächtnisfunktion, die Infekt Rate und den Blutdruck auswirken. Erste Ergebnisse aus dieser Studie werden Mitte 2019 erwartet. Sollte diese Studie positive Ergebnisse bringen, könnten diese drei einfachen und erschwinglichen Maßnahmen eine Möglichkeit bieten unser Leben länger gesünder und aktiver zu gestalten.

Quellen:
Mikronährstoff-Coach – Das große BIOGENA-Kompendium der Nährstoffe, Dr. Christina Schmidbauer, Verlagshaus der Ärzte; ISBN: 9-783990-521533
Mikronährstoffe – Uwe Gröber, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart; ISBN: 9-783802-726154
Bürgersteins Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag; ISBN: 9-783830-421948
http://www.alterundmobilitaet.usz.ch/forschung/klinische-studien/Seiten/do-health.aspx
Universitätsklinikum Heidelberg, https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/neurologie/pdf_downloads/MS_PatientenTag_2017/Patiententag_MS_2017_Viehoever.pdf[Stand 2017]
Nielsen NM, Munger KL, Koch-Henriksen N, Hougaard DM, Magyari M, Jorgensen KT, Lundqvist M, Simonsen J, Jess T, Cohen A, et al. Neonatal vitamin D status and risk of multiple sclerosis: A population-based case-control study. Neurology. 2017;88(1):44-51.
Ascherio A, Munger KL, White R, Kochert K, Simon KC, Polman CH, Freedman MS, Hartung HP, Miller DH, Montalban X, et al. Vitamin D as an early predictor of multiple sclerosis activity and progression. JAMA neurology. 2014;71(3):306-14
Mowry EM, Waubant E, McCulloch CE, Okuda DT, Evangelista AA, Lincoln RR, Gourraud PA, Brenneman D, Owen MC, Qualley P, et al. Vitamin D status predicts new brain magnetic resonance imaging activity in multiple sclerosis. Annals of neurology. 2012;72(2):234-40.
Runia TF, Hop WC, de Rijke YB, Buljevac D, and Hintzen RQ. Lower serum vitamin D levels are associated with a higher relapse risk in multiple sclerosis. Neurology. 2012;79(3):261-6.

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